Wechseljahresbeschwerden

Um das 45. Lebensjahr herum beginnt für Frauen eine neue Phase des Lebens: Das Klimakterium (oder besser bekannt als „die Wechseljahre“). Der Begriff umfasst eine Lebensspanne, in der die Gebärmutter allmählich ihre Hormonproduktion einstellt. Konkret bedeutet das, dass der körpereigene Östrogenspiegel (weibliches Sexualhormon) absinkt.

Aber wie machen sich die Wechseljahre bemerkbar? Wohl am offensichtlichsten ist eine immer seltenere/ stagnierende Menstruation. Diese Spanne kann sich über mehrere Monate bis hin zu Jahren erstrecken, bis die Periode letztendlich vollständig ausbleibt. Für etwa 2/3 der Frauen ist es damit aber nicht genug. Sie leiden mehr oder weniger stark unter einer Vielzahl von Symptomen, die mitunter als sehr belastend empfunden werden. Zu den häufigsten zählen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen, eine veränderte Stimmung (z.B. Niedergeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen), vaginale Trockenheit und sexuelle Störungen (z.B. Libidoverlust). Wichtig ist es hierbei das Gespräch mit dem Arzt/ der Ärztin zu suchen und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.

In einem Gespräch wird der Arzt/ die Ärztin auch mögliche Therapieoptionen erörtern und eine individuelle Beratung vornehmen. Im Folgenden sollen kurz die wesentlichen Therapiesäulen im Hinblick auf die Empfehlung der aktuellen Leitlinie[1] vorgestellt werden.

In erster Linie wird Frauen eine Beratung bzgl. Einer Hormonersatztherapie angeboten. Dabei geht es um ein individuelles Abwägen von Nutzen und Risiko. Gerade wenn Symptome wie Hitzewallungen & Schweißausbrüche stark ausgeprägt und dementsprechend mit einem hohen Leidensdruck verbunden sind, wird die Hormonersatztherapie häufig von Ärzten empfohlen.

Viele Frauen äußern allerdings den Wunsch lieber auf pflanzliche Präparate zurückzugreifen. Anwendung finden v.a. verschreibungsfreie Präparate, die Traubensilberkerze (lat. Cimicifuga) oder pflanzliche Östrogene (sog. (Iso-)flavone) enthalten. Der allgemeine Konsens bzgl. dieser Präparate ist, dass in Studien bislang keine eindeutige Wirkung gezeigt werden konnte, aber auch nicht das Gegenteil bewiesen wurde. Um eine sichere Einnahme zu gewährleisten, sollten die Anwenderinnen immer auf zugelassene Arzneimittel zurückgreifen, da diese hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und Qualität gut untersucht sind.

Eine völlig neue Therapieoption stellt der Arzneistoff Fezolinetant dar. Dieser soll insbesondere Beschwerden wie Schweißausbrüche und Hitzewallungen lindern, ohne dabei in hormonelle Regelkreise einzugreifen. Bis er Einzug in die gängigen Therapien findet, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Bislang gibt es noch keine Handlungsempfehlungen im Umgang mit dem neuartigen Arzneistoff.

[1] Leitlinienprogramm der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

Ihre Annalena Grenz

Pharmaziepraktikantin in der Europa Apotheke

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